Blog | 3.September 2026
Autor: David Roberts
Vor einiger Zeit haben wir öffentlich gemacht, dass wir langlaufende Anleihen gekauft haben, zu einem Zeitpunkt, als der Marktkonsens eindeutig "meiden" lautete. Seither haben lange Laufzeiten kürzere Laufzeiten deutlich outperformt, und diese Position hat maßgeblich dazu beigetragen, dass der August einer unserer besten Monate im Vergleich zum Vergleichsindex seit unserem Start vor knapp drei Jahren war.
Drei Faktoren sprachen für lange Laufzeiten:
Erstens Value: Die Bewertungen waren schlichtweg günstig.
Zweitens Technik: Kaum ein anderer Marktteilnehmer hielt diese Positionen.
Drittens Fundamentaldaten: Der Markt hatte die amerikanische Notenbank falsch eingeschätzt, denn die Inflationsbekämpfung bleibt für die Fed-Führung ein zentrales Anliegen.
Konkret haben 30-jährige amerikanische Staatsanleihen 5-jährige Papiere um rund 25 Basispunkte outperformt, was einem Kursgewinn von fast 5 Prozent entspricht. Für ein mehrere Billionen Dollar schweres Marktsegment ist das innerhalb von nur zwei Wochen eine bemerkenswerte Bewegung. Wir haben in dieser Position inzwischen Gewinne erzielt.
Eine Warnung zu Private Credit im Gewand eines Publikumsfonds
Ein zweites Thema, das uns aktuell beschäftigt, sind die Berichte über Mittelzuflüsse von rund 500 Millionen Pfund pro Monat in den ManGLG-Fonds. Unsere Einschätzung dazu ist unverändert kritisch, aus unserer Sicht handelt es sich dabei um Private Credit im Gewand eines liquiden Publikumsfonds.
Wer verstehen will, warum hier Vorsicht geboten ist, dem reichen zwei Namen: Neil und Woodford. Als Grundregel gilt für uns: Man sollte niemals in einen Fonds investieren, bei dem der Fondsmanager die eigenen Vermögenswerte selbst bewertet, so sehr sich das auch beschönigen lässt.
Update 21. August 26
Der Fonds geht aktuell kein erhöhtes Risiko gegenüber seiner Benchmark ein – Tracking Error: rund 1 %, Korrelation: etwa 0,9. Statt großer Einzelwetten setzt das Management auf gezielte Relative-Value-Positionen: Aktuell ist der Fonds in kurzlaufenden deutschen Bundesanleihen über- und in vergleichbaren US-Staatsanleihen untergewichtet, nachdem sich der Renditeabstand infolge angekündigter US-Anleiherückkäufe und robuster deutscher Konjunkturdaten von 150 auf 135 Basispunkte verengt hatte. Das Fondsmanagement erwartet, dass sich dieser Spread wieder ausweitet – mit einem geschätzten Ertragspotenzial von 4 bis 6 Basispunkten. Einzeln betrachtet moderat, in Summe über mehrere solcher Positionen hinweg ein spürbarer Beitrag zur Fondsperformance.
Siehe auch Citywire Selector, Portfolio Adviser
Update 19. August 2026
Die Renditen langlaufender US-Staatsanleihen liegen auf dem höchsten Stand seit 2007. Bereits im Februar hatten wir uns entsprechend positioniert und sind seither in US-Anleihen mit Laufzeiten ab 10 Jahren übergewichtet. Politischer Druck – sinkende Zustimmungswerte für Präsident Trump im Zuge des Iran-Konflikts sowie ein unter hohen Hypothekenzinsen leidender Immobilienmarkt – hat das US-Finanzministerium nun zum Handeln bewogen: Finanzminister Bessent kündigte eine nahezu verdoppelte Kaufaktivität bei langlaufenden Anleihen an, was die Kurse unmittelbar deutlich anziehen ließ und die rekordhohen Short-Positionen unter Zugzwang setzte. Ob die Erholung nachhaltig ist, dürfte sich an den Aktienkursen großer US-Hausbauer ablesen lassen. Unser Fazit: Bei Renditen nahe dem 20-Jahres-Hoch und der Aussicht auf weitere staatliche Eingriffe wird eine Short-Position in US-Anleihen zunehmend riskant.
Update 17. August 2026
Short-Positionen in US-Treasury-Futures sind auf einem Allzeithoch: Viel spekulatives Geld in "zittrigen Händen" setzt auf steigende Zinsen wegen steigender Inflationsgefahr.
Der Anleihemarkt bietet sehr gute langfristige Anlagechancen und aktives Management bietet den bestmöglichen Zugang.